Geologie
Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, geprägt von sanften Kuppen, tief eingeschnittenen Tälern und ausgedehnten, meist baumfreien Hochflächen, blickt auf eine lange und wechselvolle Erdgeschichte zurück. Wer heute durch dieses besondere Mittelgebirge im Grenzgebiet von Bayern, Hessen und Thüringen wandert, setzt seine Schritte auf Gesteine aus sehr unterschiedlichen Erdzeitaltern – vom uralten Schiefer bis hin zum vergleichsweise jungen Basalt.
Vor etwa 30 Millionen Jahren, im Tertiär, wurde die Erdkruste von starken tektonischen Bewegungen erfasst. Während sich weiter südlich die Alpen auffalteten, entstanden auch in der Rhön Risse und Spalten, durch die glühend heißes Magma aus dem Erdinneren aufstieg. Zahlreiche Vulkanausbrüche formten die Landschaft.
Das an die Erdoberfläche gelangte Magma kühlte rasch ab und erstarrte zu Basalt oder Tephrit. Ein Teil blieb jedoch in den Förderschloten stecken, wo er langsam auskristallisierte und zu Phonolith wurde.
So entstand die heutige Vulkanlandschaft der Rhön mit ihren markanten Kuppen. Zu den bekanntesten Basaltbergen zählen die Wasserkuppe, der Kreuzberg und der Ellenbogen, während Milseburg und Heldburg aus Phonolith bestehen. An einigen Stellen, etwa am Gangolfsberg oder am Geiskopf bei Wölferbütt (ehemaliger Basaltsteinbruch), sind noch heute die charakteristischen fünf- bis sechseckigen Basaltsäulen zu sehen. Sie entstanden durch das langsame Abkühlen der Lava.
Vor rund 10 Millionen Jahren erlosch der Vulkanismus. Seine Spuren prägen die Rhön jedoch bis heute: Während das weichere umgebende Gestein im Laufe der Zeit abgetragen wurde, blieben die widerstandsfähigen Vulkanite erhalten. Die markanten Kuppen verleihen der Rhön bis heute ihr unverwechselbares Landschaftsbild.

